(Teil 2) Sonderausführungen/ Prototypen EA 456/01
(Foto: lastauto omnibus 3/79)
1978 werden von VW 5 Prototypen des Transporters mit Allradantrieb gebaut und der stau-nenden Fachpresse vorgestellt. Die Idee kommt von Gustav Mayer: Sahara-Reisen brachten ihn dazu, den Allradantrieb im Hause vorzuschla-gen. Mit dem wesentlichen Argument übrigens, dass VW schließlich zahlreiche Fahrzeuge auch an die Bundeswehr liefere.
1975 – der erste Prototyp
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Der erste Allrad auf Basis des T2 von und für Gustav Mayer entstand übrigens nicht erst 1978, als die fünf Prototypen auch offiziell gezeigt werden: Schon 1975 gibt es einen ersten Transporter mit Vierradantrieb. Das Arbeitsprogramm EA 456 vom 30. Januar 1975 sieht bereits den Einbau eines Allradantriebes vor. Der Bau eines fahrfähigen Prototyps ist beschlossen und wird von Gustav Mayer und Henning Duckstein mehr oder weniger „illegal gebastelt.“ Das wurde der inzwischen legendenverklärte Rot-Weiße. (Kombi, Kennzeichen BS-JT 941) Erprobt wurde dieser erste Prototyp zum Jahreswechsel 1975/76 im Urlaub in Algerien. Natürlich privat, die Reise finanzierte das Zweiergespann Mayer/Duckstein. Natürlich gab‚s bei dieser ersten Tour ein paar Schäden, nichts Ernst-haftes. Der Rot-Weiße lebte noch Jahre danach mit dem ersten Getriebe, dem die Getriebe-spezialisten des Werkes ein unfreiwilliges Ende noch vor Silvester 1975 prophezeit hatten.
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Toni Schmücker hatte den Vorschlag eines allradangetriebenen Transporters damals allerdings abgelehnt. Er wollte in der VW-Krise keinen „Nebenkriegsschauplatz“, erinnert sich Gustav Mayer noch genau an die Formulierung der Ablehnung. Doch der hartnäckige Mayer glaubt an seine Idee, er gibt nicht auf. „Inoffiziell und abgedeckt durch Mayer“, weiß Henning Duckstein, haben wir einen Allrad „handgemacht.“ „Handgeschmiedet aus vorhanden Teilen“ ,ergänzt Mayer. Und der ehemalige oberste Nutzfahrzeug-Entwickler berichtet präzise von einem Firmen-flug: „Der erste Allrad-Transporter war schon 1975 fertig. Wir haben ihn mit dem Wissen von VW-Entwicklungschef Ernst Fiala heimlich nebenher aus vorhandenen Teilen zusammen-gebaut. Auf dem Rückflug von einer Sitzung in Inglostadt fragte Toni Schmücker reihum, wie wir Weihnachten verbringen. Als ich an der Reihe war, habe ich ihm gesagt, dass ich mit dem Typ 2 Allrad in die Sahara fahre. Schmücker hat nur gegrinst.
Aus dieser Situation entstanden also die Fünf Allrad-Prototypen des Jahres 1978. Auch sie sind aus bereits vorhandenen Teilen zusammengebaut, längst nicht perfekt und unterscheiden sich deutlich vom späteren Syncro. Der Frontantrieb ist zuschaltbar, das Getriebe besitzt einen Drehmomentwandler, doch die Kupplung ist mechanisch. Die Bodenfreiheit beträgt 297 Millimeter, und rundum sind Trommel- bremsen eingebaut.
Für den Vierradantrieb muss VW tief in Aufbau und Technik eingreifen. Gegenüber dem Serien-fahrzeug gibt es zahlreiche Änderungen: neue Radhäuser, geänderte Aufhängung für Räder mit 14, 15 und 16 Zoll Größe; in der Boden-gruppe muss Platz geschaffen werden für die Unterbringung des Gelenkwellenstrangs zur Vorderachse, entsprechend gibt es auch andere Anordnungen der Seil- und Lüftungsrohre. Die Vorderachse ist modifiziert für die Aufnahme von Differential und Antriebswellen. Das Getriebe muss für den Durchtrieb nach vorne überarbeitet werden, vorne kommen andere Bremsen zum Einsatz und rundum andere Räder. Die Details des Allradantriebs sind ebenfalls interessant: Eine geteilte Handbremse erlaubt einzelnes oder unterschiedliches Abbremsen der Hinterräder. Neu sind die Kreuzgelenkwellen vorne und hinten sowie der Drehmomentwandler mit Schaltkupplung (aus der Halbautomatik des Käfer). Der Motor ist auf den Geländeeinsatz abgestimmt. An beiden Achsen gibt es Sperrdifferentiale. Im Fahrerhaus hat der 4 x 4 einen zweiten Schalthebel. Mit ihm lässt sich der Vorderradantrieb auch während der Fahrt zuschalten. Zum Schutz der Antriebstechnik im Gelände montiert VW Stahlblechwannen und Gleitkufen.
Und zu alldem heißt es in einer Beschreibung durch VW: „Gebaut wurden diese Fahrzeuge zur Durchführung eines Markttests. Sollte dieser test positiv verlaufen, wird das Volkswagenwerk auf (Weiter auf Seite 4)
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